Roland Lange - Autor

Das Verlangen

Keine Ahnung, wann ich das erste Mal dieses Verlangen in mir spürte. Sicher nicht schon 1954, im Jahr meiner Geburt. Aber ich erinnere mich gut, dass ich bereits in der Grundschule Spaß daran hatte, mich musisch mitzuteilen, indem ich mich als Schauspieler bei Schulaufführungen auf die Bühne gewagt habe. Oder wenige Jahre später dieser kindliche Versuch, im Kartoffeldruckverfahren eine Zeitschrift für unseren Fix-und-Foxi-Club herzustellen.
Auch wenn ich mich heute köstlich darüber amüsiere, weiß ich doch, dass schon damals diese unstillbare Sehnsucht in mir war, etwas zu schaffen, das einzigartig ist, mich widerspiegelt. Und mir war auch klar, es musste etwas Künstlerisch-Kreatives sein.

Es hat danach ein paar Jahre gedauert, geprägt von den ganz normalen „Lebenszwängen“, wie Schule und Studium, und einigen zaghaften Versuchen, mich musikalisch zu verwirklichen, ehe für mich edgültig feststand, was ich insgeheim schon immer gewusst hatte: Ich wollte schreiben! Gedichte, Liedtexte, Geschichten, Romane. Ja, Romane! Ganze Bücher sollten es sein! Das war mein Weg – ein Weg, auf dem es kein Zurück gab.

Roland Lange - Autor


Das Schreiben

Das Leben allerdings schreibt seine eigenen Dramen, denen wir folgen müssen. Schicksal nennt man das wohl. Mein persönliches Drama war es viele Jahre, dass ich meine Liebe zum Schreiben einem trockenen Brotberuf als Vermessungsingenieur opfern musste.
Wirklich Schicksal? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Vielleicht hätte ich aus meiner großen Liebe einen Beruf machen können, der mich und meine Familie ernährt. Rückblickend denke ich, mir hat der Mut dazu gefehlt. Ich habe es jedenfalls nicht getan und bin letztendlich froh darüber. Der Zwang, schreiben zu müssen, um Geld zu verdienen, ist mir so erspart geblieben.
Stattdessen habe ich in meinem Alltag Nischen gesucht und gefunden, die es mir ermöglichten, ohne jeden Druck erste ernstzunehmende schriftstellerische Gehversuche zu wagen. Veröffentlichungen in regionalen und überregionalen Anthologien (u.a. in der NDR-Reihe "Weihnachtsgeschichten am Kamin") taten meinem Selbstvertrauen ausgesprochen gut! Ich brauchte das, um dem Schreiben mehr und mehr Raum zu geben.

Als 1991 dann mein erstes Buch mit Kurzgeschichten im christlichen Johannis-Verlag in Lahr veröffentlicht wurde, war der Bann endgültig gebrochen und einer meiner größten Träume wahr geworden. Nach sieben weiteren Büchern im Johannis-Verlag folgten Veröffentlichungen u.a. im Kosmos-Verlag und im Verlag Jörg Mitzkat, Holzminden.
 Auch zwei heilsame Versuche als Selbstverleger kann ich verzeichnen. Ich musste jedoch schnell einsehen, dass mir das Schreiben besser liegt, als die Vermarktung meiner Bücher.
Aktuell fröne ich meiner Krimileidenschaft. Mord und Totschlag, die dunklen Seiten des Menschen, ziehen mich seit jeher in ihren Bann und so ist es nur konsequent, dass ich diese Neigung nicht nur lesend, sondern auch schreibend auslebe. Mein Schwerpunkt sind die Regio-Krimis, die in meiner Heimat, der Harzregion, spielen.


Als Ausgleich zu all dem Meucheln - und den braucht man - gestatte ich mir gelegentliche Ausflüge in andere Bereiche des kreativen Schreibens. Egal, ob Liedtext, Musical, Hörspiel oder Theaterstück, nichts bleibt von meiner Schreiblust verschont.

Der große Rest

Richtig, da war noch was. Ohne den großen Rest, der das Leben ausmacht, die Basis sozusagen, könnte ich das Schreiben vergessen!
Ich bin kein Träumer, der abgehoben in seinem Elfenbeinturm wohnt. Ich lebe im Hier und Jetzt, genieße es und manchmal verfluche ich es. Ich brauche dieses ganze Drumherum. Ich brauche meine Familie, meine Freunde, meine Hunde, mein Zuhausesein, mein Unterwegssein – einfach alles, was ein stinknormales Leben ausmacht. Ich bin neugierig auf jeden neuen Tag und nehme davon mit, was ich bekommen kann.
Zwischendurch gönne ich mir immer wieder meine Genusspausen, die ich auf verschiedenste Art und Weise fülle, sei es mit einem vorzüglichen Kaffee, einem guten Buch (vorzugsweise Krimi und Thriller), oder einer Live-DVD der alten Meister des Rock (Jeff Beck, Queen, Led Zeppelin u.v.m.). An erster Stelle aber gehören die Spaziergänge mit meinen beiden Collies zu meinem täglichen „Abschaltprogramm“.

Und wenn ich nicht aufpasse, verliert sich hin und wieder ein kleines bisschen von diesem ganzen großen Rest in meinen Büchern ...